Samstag, 27. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Zweiten!

Willkommen zurück, werte Leser.

Mundete der gestrige Appetitanreger und Euch dürstet es nach mehr?

Nichts leichter als das ...


Heute fahren wir mit dem Beginn der zweiten Geschichte aus der oben genannten Kurzgeschichten-Sammlung fort, die den folgenden Titel trägt:

Amouröse Eskapaden


Ich schlich mich leise neben Raffaela und ihren schlafenden Körper. Zur Hälfte war er von der blassen Seidendecke verborgen, durch die sich alle prägnanten Körperstellen deutlich abzeichneten. Dabei hob und senkte sich die dünne Decke sacht zum sanften Wogen ihres Busens, als meine Augen plötzlich von etwas anderem angezogen wurden …

* * *

Ich wollte gerade meine Sachen anziehen, hielt nun aber inne. Ich ging, nur in meine Unterkleidung gehüllt, zu dem kleinen Kasten hinüber, der aus lauter Gitterstäben bestand. Unwillkürlich dachte ich an einen Käfig, in dem man für gewöhnlich Vögel hielt, aber hier irrte ich.
Ein felliges Etwas schaute mich aus einem kleinen Häuschen aus Holz an. Es war so groß wie meine Hand und sah sich vorsichtig um. Dabei hatte es nicht wirklich Augen für mich, sondern schnupperte, dass seine Schnurbarthaare wackelten.
Es schien etwas zu riechen, dass ihm wohl angenehm war und Vertrauen einflößte. So viel, dass es sich trotz meiner Anwesenheit aus seinem schützenden Versteck hervorwagte.
Zuerst dachte ich an etwas Fressbares, aber sogleich entdeckte ich, was das kleine Tierchen wirklich scharfmachte: Ein kleineres Exemplar dieser Gattung, welches mich an eine besondere Mäuseart oder gar eine Rattenvariante, die mir bislang unbekannt geblieben war, erinnerte.
Jedenfalls schien sie den bis dato wenig regsamen Burschen zu befeuern und brachte ihn ganz aus dem Häuschen, wo er nochmals kurz innehielt. Dann huschte er merklich aufgeregt zu seiner Genossin hinüber, die sich sichtlich darüber zu freuen schien, nicht mehr alleine in einem Palast in Venedig sitzen zu müssen.
Da ging mein Blick kurz zurück zur Nichte des Dogen und ich musste mit einem süffisanten Lächeln daran denken, was wir selbst vor Stunden zusammen miteinander geteilt hatten. Dann ließ ich meine Augen wieder auf dem drolligen Pärchen ruhen, die sich abzuschnüffeln begannen.
Würden sie unserem Beispiel folgen?, dachte ich voller Neugierde so bei mir.

*   *   *

Hier müssen wir leider den neugierigen Protagonisten mit den beiden possierlichen Hamstern alleine lassen und abwarten, was sich denn im Palast des Dogen weiter abspielen wird. Die Auflösung folgt nach einem weiteren Häppchen, die ihr hier zur Geisterstunde in der Nacht von Sonntag auf Montag finden werdet. Dabei wird es sich um den Anfang der Geschichte "Schreibfluss" handeln.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Weiterhin wünsche ich Euch viel Freude mit den literarischen Appetitanregern und hoffe, dass ihr Euch erneut in Geduld üben könnt.

Beste Grüße

Bernar


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen