Montag, 29. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Letzten!

Liebe Leser,

hier abschließend der letzte Happen, bevor das eBook in den Handel geht. Wenn ihr Euch die Anfänge
der letzten beiden Geschichten durchgelesen habt, dürfte Euch klar sein, warum das Büchlein den Titel "Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien" trägt. Zu Recht, oder?


Falls euch das als Aussage nicht genügen sollte, genehmigt euch den Ausblick, den die dritte (und letzte!) Vorgucker-Geschichte bietet. Ihre Überschrift lautet:

Schreibfluss


Warum meldete sich Thomas Rain nicht? Nicht, dass ich die letzten Tage nur auf etwas Wichtiges von ihm gewartet hätte, aber als sein Kollege und Freund macht man sich automatisch so seine Gedanken. Alles andere wäre nicht das, was ich mir unter einer langjährigen Freundschaft vorstelle.
Eventuell war er krank und schlief die meiste Zeit des Tages. Da Thomas alleine lebte, beschloss ich, einfach bei ihm vorbeizufahren. Schließlich lag sein Apartment in Manhattan unweit von meinem, sodass ich gegen Abend etwas früher das Verlagshaus verließ, in dem wir beide arbeiteten: Thomas als Autor und ich als Lektor, der auf das neue Manuskript wartete, was nicht so recht fertig werden wollte. Natürlich saß mir deswegen auch Bill Saunders – unser Verleger und der Eigentümer des Verlags in Personalunion – im Nacken.
Als ich schließlich die Untergrundbahn in der 86. Straße in Richtung Columbus Avenue verließ, zog ich schon den Ersatzschlüssel zu Thomas’ Wohnung aus der Tasche meines Trenchcoats und hastete die wenigen Meter bis zum Eingang des Gebäudes mit der Nummer 517, in dem mein Freund lebte. Die graue Wolkendecke, die schon seit Tagen über dem Big Apple hing, hatte ihre Schleusen bereits vor wenigen Stunden geöffnet und versuchte fortan, die Menschen, die in ihm lebten, mit aller Gewalt fortzuspülen. Und selbst, wenn die Mehrheit der New Yorker daran vielleicht zu glauben begann: Gelingen würde dies nie. Wir New Yorker waren schon immer zäher als wir aussehen.
Mit diesen Gedanken nahm ich die Treppe, um in die 5. Etage zu gelangen, und verließ sie in einen schlecht beleuchteten Gang. Ich konnte zwar nicht viel in dem schummrigen Licht sehen, dass die wenigen Lampen warfen, die noch funktionierten, war aber zum Glück schon oft genug hier gewesen, um die Wohnungstür zum Apartment meines Freundes auch so zu finden.
Zuerst klingelte ich und wartete einen Augenblick ab, ob sich nicht doch etwas hinter seiner Tür tat. Außerdem hatte ich immer noch die Hoffnung, dass er mir antworten oder sogar selbst öffnen würde. Als jedoch nichts geschah, klopfte ich obendrein, bevor ich mir mit dem Nachschlüssel selbst öffnete.
»Thomas? Hey, Junge?«, rief ich, obwohl ich eigentlich keine Antwort erwartete. Und natürlich kam auch keine.
So schloss ich die Tür, nachdem ich eingetreten war, und schaltete das Licht an, um mich im Flur genauer umsehen zu können, der bislang im Dunklen gelegen hatte.
Nachdem mir hier nichts Ungewöhnliches aufgefallen war, arbeitete ich mich Zimmer um Zimmer durch Thomas’ Wohnung. Küche, Wohn- und Badezimmer erbrachten ebenfalls keine Hinweise auf den Verbleib meines Freundes, sodass ich immer unruhiger wurde. Blieben nur noch sein Arbeitszimmer und der Schlafraum. Ich entschied mich für Ersteres, weil es auf dem Weg zu seinem Schlafzimmer lag und dessen Tür zudem offen stand.
Und dort fand ich Thomas endlich. Er saß vor seinem Netbook, das ganz leise vor sich hinsummte.
Irgendwie sah er steif aus und starrte unentwegt – obwohl ich ihn angesprochen hatte, während ich eintrat – vor sich hin.
Seine Augen blickten direkt auf den kleinen Bildschirm und seine Finger ruhten noch wenige Millimeter über der Tastatur seines Rechners.
Ich stupste ihn leicht an seiner rechten Schulter an, doch er reagierte nicht. Selbst als ich dies an seinem linken Unterarm wiederholte, tat sich nichts. Schließlich versuchte ich festzustellen, ob er noch atmete und sein Herz schlug, aber es war bereits zu spät: Mein Freund Thomas Rain war tot!

*   *   *

Hier müssen wir leider den besorgten Freund mit seiner Entdeckung alleine lassen und abwarten, was sich in der Wohnung von Thomas Rain weiter abspielen wird. Die Auflösung (dieser und der beiden vorangegangenen Geschichten) folgt in der kompletten Leseprobe, die bei der Veröffentlichung des eBooks im Laufe des Tages beim Verlag oder auf amazon zu finden sein wird.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Von daher bliebt mir nur zu wünschen, dass ihr Euren Spaß mit den literarischen Appetitanregern habt und ich Eure Geduld nicht zu lange strapaziert habe.

Beste Grüße

Bernar


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